1. Mai: Für eine revolutionäre Perspektive!

Am ersten Mai rufen wir dazu auf, sich an der Demonstration des DGB in Schwenningen zu beteiligen. Wir wollen am Kampftag der Arbeiterklasse auf die Straße gehen um lokal gegen Kapitalismus und für eine revolutionäre Perspektive zu demonstrieren.

Beteiligt euch daran! 1. Mai | 10 Uhr | Bahnhof Schwenningen

Ausserdem wollen wir auf die Vorführung des Films „Giù le mani!“ aufmerksam machen, der am 26. April im Gewerkschaftshaus in Schwenningen gezeigt wird. Der Film dokumentiert einen kämpferischen Arbeitskampf der 2008 im Tessin geführt wurde.

Der Film wird gezeigt vom Politischen Cafe VS.

26. April | 18.30 Uhr | Gewerkschaftshaus Schwenningen

Anschließend dokumentieren wir unseren Aufruf zum diesjährigen 1. Mai. Ein weiterer Aufruf von uns und mehreren revolutionären Gruppen aus ganz Deutschland findet sich hier.

Für eine revolutionäre Perspektive!

Heraus zum ersten Mai

Der erste Mai ist der internationale Kampftag der Arbeiterklasse. Seit über hundert Jahren gilt der erste Mai als Anlaufpunkt für Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt. Damals war eine der Hauptforderungen die Einführung des Achtstundentages. Durch konsequente Arbeitskämpfe und Streiks konnten im Laufe der Zeit umfangreiche Sozial- und Arbeitsrechte erkämpft werden, doch hat sich an der unterdrückten Stellung unserer Klasse nichts geändert.


Sozialleistungen sind keine Almosen

Die Lohnsteigerungen und Tariferhöhungen der letzten zwanzig Jahre konnten insgesamt nicht einmal die Geldentwertung durch die Inflation ausgleichen, immer mehr Menschen werden in prekarisierte Arbeitsverhältnisse gedrängt und der Abbau von bereits erkämpften Rechten hat inzwischen soweit geführt, dass über eine Millionen Menschen so niedrige Gehälter bekommen, dass es nicht einmal mehr zum Leben reicht und sie deswegen trotz Arbeit Hilfe vom Staat benötigen, um zumindest auf Hartz-IV-Niveau zu kommen. Zeitarbeit und befristete Verträge „boomen“ seit Anfang der 90er Jahre, dem Ende der Systemkonkurrenz, eine dem entgegengesetzte Tendenz ist nicht zu erkennen.
In vielen Bereichen wie im Einzelhandel oder in der Zeitarbeitsbranche wird durch unsichere Arbeitsverhältnisse und schikanöse Vorschriften eine gewerkschaftliche Organisierung noch stärker erschwert als in anderen Wirtschaftszweigen.
Sozialleistungen und gerechte Arbeitsbedingungen sind keine Almosen des Staates oder der Unternehmerinnen und Unternehmer – sie müssen erkämpft werden!

Die Krise heißt Kapitalismus

Vor allem in wirtschaftlichen Krisen werden nationalistische und sozialchauvinistische Denkmuster propagiert, um den Konkurrenzdruck zu erhöhen und die Schuld auf einzelne Bevölkerungsgruppen abzuwälzen. „Pleitegriechen“, genauso aber auch Arbeitslose werden als faul und dekadent bezeichnet. Sozialkürzungen werden als notwendige Rettung der heimischen Wirtschaft verkauft. Das erleichtert es faschistischen Parteien und Organisationen, diese Stimmung für ihre Zwecke zu missbrauchen. Mit Mottos wie „Arbeit zuerst für Deutsche – Fremdarbeiterinvasion stoppen“ wird gezielt gegen Migrantinnen und Migranten gehetzt und versucht, den Unmut der Bevölkerung für nazistische Propaganda zu nutzen.
In der Politik und den Medien werden an dieser Stelle meist die Banker und Manager zum Sündenbock gemacht, die durch unmoralisches, egoistisches Handeln die Krise herbeigeführt hätten. Dabei sind Krisen im Kapitalismus keineswegs die Schuld einzelner Menschen oder Menschengruppen, sondern Teil des Systems. Auf Boom folgt Überproduktion durch Marktübersättigung, auf Überproduktion folgt Krise – und da spielt es keine Rolle ob es sich um eine „Finanzkrise“, eine „Internetblase“ oder eine „Immobilienkrise“ handelt, letzten Endes werden die Verluste und Kapitalausfälle auf die arbeitende Bevölkerung abgewälzt.
Doch auch außerhalb einer Krise wird stetig Klassenkampf von oben geführt und mit dem Verweis auf Wettbewerbsfähigkeit versucht, die Löhne zu drücken und erkämpfte Rechte abzubauen, um letzten Endes den Profit zu maximieren.
Die Produktion orientiert sich nicht an den Bedürfnissen der Menschen, sondern an der Profitabilität der Produkte. Unsere Bedürfnisse sind nur dann für die Produktion von Bedeutung, wenn sich auch genügend Leute diese Bedürfnisbefriedigung leisten können. Deshalb fehlt es vielen Menschen schon am Nötigsten, während einige wenige in verschwenderischem Reichtum leben.
Dass es im Kapitalismus nicht möglich ist, gerechte Arbeits- und Lebensverhältnisse zu schaffen ist klar. Wir sagen: die Krise heißt der Kapitalismus! Soziale Ungleichheit von der Systemfrage unabhängig zu betrachten ist reformistische Augenwischerei, die nie dazu beitragen wird, die Verhältnisse dauerhaft und umfassend zu verändern, sondern diese lediglich oberflächlich befriedet und zementiert.
Die Produktionsverhältnisse im Kapitalismus sind die wahren Verantwortlichen für Unterdrückung und Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt. Es liegt an uns, jeden Angriff auf unsere bisherigen Errungenschaften solidarisch und klassenbewusst zu beantworten.

Für eine revolutionäre Perspektive

Um eine gerechte und solidarische Gesellschaft aufzubauen, müssen wir den Kapitalismus überwinden, doch das schaffen wir nicht vereinzelt und isoliert. Wir brauchen dafür eine starke und kämpferische Organisation. Es liegt weder in der Macht, noch im Interesse der etablierten Parteien, einen revolutionären Umsturz zu forcieren. Sie orientieren sich mit ihrer Politik allesamt an der Erhaltung der Verhätlnisse und letztlich an den Interessen der Wirtschaft. In unseren Kämpfen dürfen wir uns nicht auf Teilforderungen beschränken, sondern müssen eine revolutionäre Perspektive zur Überwindung des Kapitalismus erarbeiten. Eine bessere Zukunft können wir uns nur selbst erkämpfen!

Für den Kommunismus!

Hinein in die DGB-Demo am ersten Mai!