Bericht zum Antikriegstag 2013

Am diesjährigen Antikriegstag in Villingen-Schwenningen versammelten sich zur Traditionellen Kundgebung des DGB in Schwenningen knapp 40 Menschen auf dem Geschwister-Scholl-Platz. Neben dem Aktionsbündnis gegen Rechts VS und der SPD beteiligte sich in diesem Jahr erstmals die Partei die Grünen was wohl hauptsächlich am Wahlkampf zur Bundestagswahl lag.
Auf den drohenden Angriff der NATO-Staaten auf Syrien ging lediglich die Rednerin der Informationsstelle Militarisierung (imi) aus Tübingen ein und stellte in ihrer Rede klar, dass es den westlichen Ländern nicht im geringsten um die zivile Bevölkerung Syriens und die Menschenrechte geht und dass ein Krieg der NATO die Situation der dort lebenden Menschen lediglich weiter verschlimmern würde.
Dagegen gelang es dem Redner der SPD nicht einmal annähernd die heutige Gesellschaft zu überblicken. Das beste Mittel gegen Unterdrückung, Faschismus und Krieg sei Bildung, besonders westlich Bildung. Auch Deutschland müsse diese in anderen Länder tragen um so den dort lebenden Menschen zu ermöglichen in Demokratie und Freiheit zu Leben. Die Grünen kamen in ihrer Rede über das Vortragen ihrer Wahlversprechungen gar nicht erst hinaus.

Nachdem wir den Schwerpunkt in den vergangenen zwei Jahren hauptsächlich auf eine Mobilisierung auf die traditionelle Kundgebung des DGB am Antikriegstag und eine Spontane Demonstration im Anschluss daran gelegt haben, war unsere Ausrichtung in diesem Jahr eine Andere.
Dieses Mal stellten wir die Mobilisierung zu den Protesten gegen das GÜZ in Zusammenhang mit unseren Aktivitäten zum Antikriegstag. Zwar riefen wir dazu auf sich an der Kundgebung des DGB am 1. September zu beteiligen um dort revolutionäre Inhalte präsent zu machen, aber sahen diese nicht als zentrale Aktion an.
Zu den Aktionen und Protesten gegen das GÜZ gab es mehrere Anreisen aus Villingen-Schwenningen. In der Altmark, rund um das antimilitaristische Camp und den Aktionen gegen das GÜZ, gelang es mehrere antimilitaristische Zeichen zu setzten.
Kurz vor dem 1.September ergriffen AntimilitaristInnen in Villingen-Schwenningen die Initiative. Es gab zwei Straßenumbenennungen in der Doppelstadt, ein Transparent gegen die drohende NATO Intervention in Syrien wurde vor den Kasernen der Deutsch-Französischen Brigade in Villingen aufgehängt. Außerdem wurde ein Wahlplakat der FDP, das auf dem Geschwister-Scholl-Platz direkt vor dem Polizeirevier VS-Schwenningen aufgestellt war, überklebt. Auf dem Platz findet auch die Antikriegstags Kundgebung statt.
Auf der Kundgebung am 1. September demonstrierten um die 15 Personen mit Schilder, Transparenten und roten Fahnen auch gegen die rot-grüne Friedenspolitik und gegen das Säbelrasseln der BRD und anderer NATO-Staaten gegen Syrien und stießen dabei auch bei einigen anderen TeilnehmerInnen auf Sympathie.

Die bürgerliche Ausrichtung der Kundgebung, auf der aktuelle Konflikte, drohende Kriege und die Auseinandersetzung mit aktuellen faschistischen Bewegungen, von den Veranstaltern kaum thematisiert wurden und die über das bloße Verharren im Gedenken nicht hinauskam, war offensichtlich. Die alleinige Schuld am 2. Weltkrieg den Hitlerfaschisten zu geben, dabei die damaligen Interessen des deutschen Kapitals außer Acht zu lassen und die Deutung der BRD und der Europäischen Union als Hort der Freiheit und Demokratie, verschleiern die imperialistischen Interessen aus welchen auch heute Kriege geführt werden. Vielmehr noch: eine Veranstaltung zum Antikriegstag welche ohne Bezug zum aktuellen Geschehen stattfindet, die heutigen deutsche Kriege, welche aus Profitinteressen geführt werden, ausklammert und das sichtbare Protestieren dagegen auf einer Gedenkveranstaltung für nicht „angemessen“ betrachtet, ist falsch!

Darum ist es wichtig andere Schwerpunkte abseits der Kundgebung von DGB und SPD zu setzten und diese nicht als zentrale Veranstaltung zum Antikriegstag in Villingen-Schwenningen zu begreifen. Denn es hat sich gezeigt, dass die Veranstalter besonderen Wert auf die am Ende stattfinde Kranzniederlegung und das dazu gehörige Pressefoto legen.

Werden wir auch im nächsten Jahr rund um den Antikriegstag aktiv und machen antimilitaristische Proteste in Villingen-Schwenningen sichtbar!