Selbstverständnis

Der Grundaufbau der kapitalistischen Gesellschaft kann im groben in zwei Klassen unterteilt werden. Eine, die von den bestehenden Verhältnissenprofitiert, da sie einen Großteil der Produktionsmittel besitzt oder über diese verfügt und jene, die keine andere Möglichkeit hat, als ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Die besitzende Klasse hat ein objektives Interesse am Fortbestand der Verhältnisse, in welchen sie auch die Macht inne hat. Entgegengesetzt dazu hat die besitzlose Klasse ein objektives Interesse daran, die Besitzverhältnisse grundlegend zu ändern und die Produktionsmittel zu vergesellschaften.

Eine Krise, wie wir sie derzeit durchleben, ist keine Besonderheit, sondern eine zyklisch auftretende Erscheinung im Kapitalismus. In einer solchen Krise spitzen sich die Klassengegensätze zu, worauf von der herrschenden Klasse mit dem Klassenkampf von oben geantwortet wird. Zunächst in Form von entsprechend drastischen Maßnahmen, wie beispielsweise Lohnkürzungen, Sozialabbau und eine Sozialisierung der privaten Verluste.

In solchen Situationen kommt es vermehrt zu sozialen Unruhen, Aufständen oder gar zu revolutionären Situationen. Die Geschichte hat gezeigt, dass dann die Möglichkeit besteht, dass ein faschistisches System errichtet wird um den Fortbestand des Kapitalismus zu sichern. In einer solchen Situation machen sich bedeutende Fraktionen der herschenden Klasse faschistische Bewegungungen zu Nutze und unterstützen diese auf ihrem Weg an die Macht.

Hierbei steht die besitzlose Klasse aller Länder vor der selben Problematik. Durch den multinationalen Charakter der kapitalistischen Akteure ergibt sich so ein gleiches objektives Interesse aller ArbeiterInnen der Welt an der Überwindung des Kapitalismus und der Abwehr der faschistischen Gefahr.

Durch die Konkurrenz der Staaten untereinander und den ständigen Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen diesen. Auch die BRD beteiligt sich wie alle anderen imperialistische Staaten an dem weltweiten Wettlauf um wirtschaftlichen und politischen Einfluss und tritt hierbei aggressiv auf und scheut auch vor militärischen Einsätzen nicht zurück. Bei den Kriegen der kapitalistischen Staaten geht es nicht um humanitäre Hilfe, sondern um geostrategische und wirtschaftliche Interessen.

Viele negative Auswirkungen des Kapitalismus werden von breiten Teilen der Bevölkerung als Problem erkannt und kritisiert, jedoch ohne beziehungsweise mit einer falschen oder zu oberflächlichen zugrundeliegenden Analyse. Die revolutionäre Linke muss aufzeigen, dass die Beseitigung dieser Probleme nur durch eine Überwindung des kapitalistischen Systems als ganzes möglich ist und muss dazu an die Lebenswirklichkeit der Menschen anknüpfen.
Derzeit gelingt es der linken Bewegung nicht in ausreichendem Maße, eine revolutionäre Perspektive zu vermitteln. Ihre Bedeutung ist gesamtgesellschaftlich gesehen marginal, da sie in sich zersplittert ist. Deshalb sehen wir es als wichtigste, aber auch schwerste Aufgabe der kommenden Zeit, einen revolutionären Aufbau- und
Organisierungsprozess voranzutreiben. In unseren Augen wird in Deutschland keine überregionale Struktur diesen Ansprüchen gerecht.

Wir als Linke Aktion sehen es als unsere Aufgabe in Villingen-Schwenningen linke Strukturen zu stärken und den revolutionären Prozess weiterzuentwickeln.

Für den Kommunismus!

Linke Aktion Villingen-Schwenningen

Winter 2011/2012